Bundesministerin Karliczek und Staatsminister Rhein besuchen CRISP

Bun­des­for­schungs­mi­nis­ter­in Anja Karliczek und der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, informierten sich bei ihrem heutigen Besuch über die Fortschritte der Darmstädter Cyber­sicher­heits­for­schung. Anhand zahlreicher Demos und Exponaten konnten sie sich vom Forschungsstand der Darmstädter Wissen­schaft­lerInnen überzeugen.

Die Minister ließen es sich nicht nehmen, bei dem derzeit am Fraunhofer SIT stattfindenden Ferienprogramm Informatik vorbeizuschauen. Hier lernen in dieser Woche 20 Jungen und Mädchen im Alter von 10 – 14 Jahren spielerisch programmieren, beschäftigen sich mit Datenschutz, Passwortsicherheit und Verschlüsselung, konstruieren einen Roboter und bauen einfache Schaltkreise mit leitender Tinte.

Bei ihrem Exponats-Rundgang legte die Bundesministerin ein besonderes Augenmerk auf ein Forschungsfahrzeug des Fraunhofer SIT, in dem Lösungen zum Selbstdatenschutz von Autofahrern und Insassen gezeigt werden, die sowohl Fahrzeughersteller und Infrastruktur-Anbieter als auch Entwickler für Auto-Apps nutzen können, um ihre Ge­schäfts­modelle datenschutzfreundlich zu gestalten.

Prof. Dr. Haya Shulman, Fraunhofer SIT,  erläuterte der Ministerin das CRISP-Leuchtturmprojekt „Sichere Internet-Infrastrukturen und informierte über den ersten Hessisch-Israelischen Partnership Accelerator (HIPA) für Cyber­sicher­heit, den das Fraunhofer SIT gemeinsam mit der Hebrew University of Jerusalem HUJI in Israel ins Leben gerufen hat.

Prof. Peter Buxmann und seine Mitarbeiterin Amina Wagner, beide CYSEC [at] TU Darmstadt, präsentierten neueste Ergebnisse der Studie „Der Preis des Kostenlosen“. So fanden die Wissen­schaft­lerInnen unter anderem heraus, dass über 60 Prozent der deutschen Internetnutzer den Handel mit ihren Daten nicht in Ordnung finden. Auch was den Nutzern ihre Privatheit im Internet wert ist, wurde untersucht.

Prof. Max Mühlhäuser, CYSEC [at] TU Darmstadt,  präsentierte eine virtuelle Stadt der Zukunft, die zentrale Anwendungen der IT-Sicher­heits­forschung der TU Darmstadt via Augmented Reality erfahrbar macht. Die Secure & Smart City zeigt, wie IT-Sicherheit in allen Bereichen der Gesellschaft relevant ist: Smart Home, Mobilität, Industrie 4.0, Health, Finance oder Kritische Infrastrukturen.

ForscherInnen der TU Darmstadt analysieren Smart Home Geräte und finden Privacy-Schwachstellen, so z.B. in einem Staubsauger-Roboter. Um durch die Wohnung zu navigieren, legen diese eine Art „Landkarte“ an − und senden diese per WLAN an den Hersteller. Aus den gesammelten und den Nutzerdaten lassen sich viele In­for­ma­tio­nen ableiten, z.B. Arbeitszeiten, finanzielle Mittel, und durch den Netzwerkzugang auch der Wohnort − manche Modelle senden sogar eine genaue GPS-Position. Präsentiert wurde die Demo von Jiska Classen, CYSEC [at]  TU Darmstadt.

Dr. Marta Gomez-Barrero von der Hochschule Darmstadt erläuterte der Ministerin, wie man Angriffe auf Fingerabdruckverfahren mittels Fingervenen Sensoren erkennen kann. In diesem Zusammenhang führte sie einen Angriff mittels synthetischen Fingern vor, der vom Sensor als Angriff erkannt wird.

Das interaktive Exponat des Fraunhofer IGD, präsentiert von Silvia Rus, zeigte, wie Fraunhofer-Tech­no­logien dazu beitragen, Smart City-Szenarien wie Bürgerbeteiligung, altersgerechtes Wohnen und Cyber-Sicherheit umzusetzen.


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